Tipps zu "Tactical Sailing"

"Tactical Sailing" ist eine in Seglerkreisen inzwischen weit verbreitete Software, die einerseits das Regattaspielen in vielen Varianten spannend und interessant zur Verfügung stellt und andererseits in der speziellen "Trainers Toolbox" die Visualisierung und Berechnung einer Vielzahl von taktischen Situationen ermöglicht. Damit eignet sich das Programm hervorragend für das Analysieren und Experimentieren mit meinen "Geometrischen Tools".

Auf dieser Seite gebe ich Tipps für die Verwendung von "Tactical Sailing" im Sinne der Geometrie des Regattasegelns.

 

"TS"-Tipp "Switchpoint upwind"

Die Erprobung und Analyse unterschiedlicher Situationen bezüglich der Switchpoints können unter den  unterschiedlichen Kategorien (Anfänger - Regattasegler - Experte) erprobt werden:

Menüfolge:Trainer´s Toolbox - Regattasegler - Switchpoint upwind

Tactical Sailing Tipp Switchpoint upwind
RSCN4903.JPG

"TS"-Tipp "VMG/VMC- Geschwindigkeit zur Bahnmarke"

Unter dem folgenden Menü kann mit "TS" die unterschiedliche Entwicklung der VMG auf Holebug (rote Boot) und Streckbug (grünes Boot) beobachtet werden

Menüfolge:

Trainer´s Toolbox - Experte - Geschwindigkeit VMG/VMC

 
 

"TS"-Tipp "Chance und Risiko, Vergleich DMG, Spielfeld und Risikozonen"

Unter dem folgenden Menü kann man mit "TS" einen Segler (Grün) auf Streckbug mit einem anderen Segler (Rot) auf dem Holebug anhand unterschiedlicher Kriterien vergleichen:

- bezüglich der Annäherung zur Luvmarke (DMG)  nach der gleichen Entfernung von der Leemarke (konz. Kreise; Grün ist jetzt am Switchpoint drei Distanzkreise weit gekommen, Rot lediglich einen Kreis),

- der individuellen Spielfelder (Grün groß, quadratisch), (Rot klein schmales Rechteck)  und

- der Risikosituation (Grün ist noch in der hellblauen Zone mit dem geringen Risiko, aber Rot ist bereits in der grauen Hochrisikozone).

- der Peilwinkel zur Luvmarke: Grün 45°, Rot 81°.

Menüfolge:

Trainer´s Toolbox - Experte - Chance und Risiko - Chance und Risiko Upwind

TS Chance und Risiko.PNG

"TS"-Tipp "Den Startlinienvorteil verlieren"

In den beiden Screenshots aus "Tactical Sailing" unten kann man die zwei wichtigsten Szenen erkennen, in denen ein anfänglicher Startvorteil durch einen 10° Dreher beim Start zunächst den rechts startenden grünen Segler bevorteilt. Nach einer Wende und einem 10° Linksdreher sieht man im zweiten Screenshot, dass der ursprüngliche Vorteil des grünen Bootes verloren gegangen ist und Rot und Grün jetzt gleichauf liegen. Mit dem Button im ersten Screenshot kann die Szene als Video betrachtet werden.

Menüfolge in "TS":

Trainer´s Toolbox - Experte - Chance und Risiko - Chance und Risiko Upwind

 
Startlinienvorteil.PNG
Startlinienvorteil Verlieren.PNG

"TS"-Tipp "Der Vorteil durch Streckbugsegeln auf Downwind"

In diesem Screenshot ist eine typische Downwindszene dargestellt. Rot und Grün haben die Luvmarke gleichzeitig gerundet, Rot wählt den durch einen Linksdreher bevorzugten Streckbug zum umkreisten Switchpoint, während sich Grün für den Holebug entschieden hat, der ihn vom Switchpoint weiter entfernt. Man sieht im Screenshot, dass Rot sich dadurch der Leemarke bereits doppelt so weit angenähert hat wie Grün.

Im Verlauf des Videos wird Rot kurz nach dem Switchpoint halsen. Beim folgenden Rechtsdreher zahlt sich diese größere Annäherung schließlich aus und er kommt als Erster an die Leemarke.

Menüfolge in "TS":

Trainer´s Toolbox - Experte - Chance und Risiko - Chance und Risiko Downwind

 
Downwind Streckbugvorteil.png
Screenshot 2021-02-24 07.33.56.png
 
 
Räume strategisch-taktischer Entscheidungen im Regattafeld
Entscheidungspositionen Trainer Toolbox.

In der Dokumentation zur "Trainer Toolbox" der Software "Tactical Sailing" von Paul Gerbecks sind im Kapitel 11.3 über-sichtlich die Positionen bedeutender strategisch-taktischer Entscheidungen im Regattafeld dargestellt (siehe Zeichnung).

Hier einige Erläuterungen dazu:

Die Darstellung zeigt eine Regattabahn   bei 2 unterschiedlichen Windrichtungen (Wind 0° bzw. Wind 15° von links) mit ihren jeweiligen Spielfeldern. Die Spielfelder sind jeweils durch ihre Lee- bzw. Luv-Anlieger begrenzt. Das "lange Bein" des schiefliegenden  Kurses ist rot hervorgehoben. Elf Punkte innerhalb der Spielfeldern sind angegeben, die im Folgenden näher erläutert werden.

Position 1: Vorstart und Start

Strategisch muss die bessere Bahnseite bezüglich Windstärke, Windrichtung, Wellen, Strömung und Hindernissen bestimmt werden. Daraus resultiert die Wahl des strategischen Grundkonzepts (Mitte, Seite, Z-Kurs, Anlieger). Außerdem muss bei schief liegender Bahn der Streckbug bestimmt werden.

Um taktisch frühzeitig eine führende Position im Feld einzunehmen, sollte die 1. Wende nach dem Start geplant werden.

Position 2: Pinnend und Commity Boat

Strategisch wird hier die bevorzugte Seite der Startlinie bestimmt. Taktisch gesehen ist es wichtig, bestimmte Gegner schon vom Start an im Auge zu behalten und u.U. in ihrer Nähe zu starten.

Position 3: Countdown

Strategisch wird man versuchen, einen Nullstart zu realisieren. Dazu muss die Zeit exakt genommen werden und mittels einer Peilung über Startmast und Pinnend zu einer Landmarke, der Abstand zur Linie genauestens gepeilt werden.

Taktisch steht vor allen Dingen die Herstellung einer Lücke nach Lee beim Start im Vordergrund, um schnell und ungehindert beschleunigen zu können.

Position 4: Streckbug und Windachse

Strategisch ist jetzt wichtig, den Streckbug zu segeln und die Windachse genau zu peilen. Es geht in diesem ersten Drittel des Upwindkurses darum, die geplante Strategie umzusetzen, um alle sich bietenden Vorteile nutzen zu können.

Position 6: Lift und Header

Strategisch betrachtet bieten Lift und Header die besten Chancen, um Streckenverkürzungen herbei zu führen. Dabei müssen die Gefahren der Streckbugfalle bzw. der Abseitsfalle beachtet werden.

Taktisch gesehen ist eine gepinnte Position die größte Gefahr, wenn man wegen naher Gegner, auf Lifts oder Header nicht mehr reagieren kann.

Position 5: Switchpoint und Risikozonen

Aus strategischer Sicht ist die Lage des Switchpoints von besonderer Bedeutung, dahinter beginnen die Zonen erhöhten Risikos. Fast jeder jenseits des Switchpoints erfolgende Header, sollte aus strategischen Gründen mit einer Wende auf den neuen Streckbug beantwortet werden. Lifts jenseits des Switchpoints führen u.U. in die Streckbugfalle bzw. Außen-banane.

Taktisch sollte man das Risikoverhalten der wichtigen Konkurrenz in diesem Raum um den Switchpoint genau beobachten und gegebenenfalls darauf reagieren.

Position 7: Spielfeld (Kreuzdiamant)

Die Entwicklung der Form des eigenen Spielfeldes zu beobachten, ist strategisch gesehen besonders wichtig, da ein schmales, lang gestrecktes Spielfeld kaum noch Möglichkeiten zur Reaktion bietet, um auf Winddrehungen gewinnbringend zu reagieren.

Position 9: Cross, Tack or Duck und Abkassieren

Immer wieder kommen auf der Kreuz "Cross, Tack or Duck" Entscheidungen auf den Segler zu. Strategisch kommt es darauf an, die eigene Strategie nicht unbedacht wegen einer solchen Situation aufzugeben. 

Taktisch kann es nach einer erfolgreichen Hebelsituation sinnvoll sein, den Gewinn durch ein Crossmanöver zu realisieren und diesen Vorteil quasi "einzufahren".

Position 11: Wegerecht und Abdeckung

Im letzten Drittel einer Kreuz muss die Annäherung an die Luvmarke vor allem taktisch geplant werden. Da die Boote wieder näher zusammenrücken, müssen Abdeckungsräume gemieden werden, die Layline darf, sowohl aus strategischen wie auch aus taktischen Gründen, nicht zu früh angesegelt werden. Der letzte Dreher vor der Luvmarke muss wie ein permanenter Dreher angesegelt werden.

Position 8: Querabstand und Hebel

Querabstand und Hebel sind die typischen taktischen Waffen, um als Verfolger anzugreifen. Der Führende dagegen sollte Querabstände und Hebel seiner Verfolger möglichst klein halten, um seine Position zu verteidigen.

Position 10: Currywende

Ein typisches taktisches Mittel eines führenden Bootes ist nach der Rundung der Leemarke, sich durch eine frühe Wende zwischen die später rundenden Gegner und die nächste Marke zu legen, also eine sog. Currywende zu machen.